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Konzept

Wettbewerbsgewinner Prof. Klaus K. Loenhart über „breathe.austria“

breathe.austria

Mit breathe.austria präsentiert Österreich einen pointierten Beitrag zum Leitthema „Feeding the Planet, Energy for Life“ der Expo Milano 2015. breathe.austria rückt das Nahrungsmittel No. 1 und eine der wichtigsten Ressourcen in das Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit: LUFT. Architektur, Natur, Kultur und Forschung verschmelzen zu einem sinnlichen Erleben.

Der Pavillon. Das Konzept

Luft ist nicht nur eines der bedeutendsten Qualitätsmerkmale Österreichs und im weltweiten Vergleich sehr hoch. Luft, Klima und Atmosphäre verbinden vielmehr die gesamte Erde. Sie gelten als Lebensmittel, Informationsträger, Energieproduzent und Ressource. 

Der Österreich Pavillon stellt mit seinem Beitrag breathe die natürliche wie technische Kompetenz des Landes in den Fokus und widmet sich zugleich künftigen Fragestellungen im Umgang mit dem wichtigen Rohstoff.

Ein österreichischer Wald gepflanzt am Expo-Gelände setzt Luft und Klima ein sinnlich erlebbares Zeichen im ehemaligen Industrieviertel im Nordwesten von Mailand. 

 

„Der Pavillon produziert Sauerstoff für 1800 Menschen pro Stunde“

„Jeder Atemzug verbindet mich mit der gesamten Welt“, „Ohne Luft überlebt man keine fünf Minuten“, „Tausende Kubikmeter Luft atmet ein Mensch jährlich ein, hunderte Kilogramm Kohlendioxid gibt er ab“, „Zwei Jahre bleibt die Luft aus dem Pavillon nun in meinen Lungen. Spätestens dann muss ich nach Österreich“

(Auszüge aus dem Konzept).

Die Architektur. Gebäudekörper als Landschaft

Der Österreich-Pavillon in Mailand verbindet Gebäude und Umwelt zu einem integralen Beitrag: Durch die großflächige Bepflanzung des Waldstücks mit der Grundfläche von 560 m² stellt breathe.austria ein vielschichtiges Beziehungsnetz von Menschen, Umwelt und Klima her. 

Der Außenraum im Innenraum

Der Pavillon bildet einen Rahmen um einen großzügigen Vegetationskörper und fungiert als Gefäß für die Performanz der innen liegenden Landschaft. Mit technischer Unterstützung (aber ohne Klimageräte) erzeugt die gerahmte Form aktiv die Mikroklimakondition eines österreichischen Waldes. Dort wo innerhalb des gebauten Rahmens Licht einfällt, findet Wachstum und ökologischer Metabolismus statt.

Die Vegetation des Waldstücks besitzt eine gesamte Blattoberfläche bzw. Verdunstungsoberfläche von ca. 43.200 m² und erzeugt dabei 62,5 kg frischen Sauerstoff pro Stunde – den Bedarf für 1800 Personen – ein „Photosynthesekollektor“ also, der zur weltweiten Sauerstoffproduktion beiträgt. Dieser Effekt wird im Pavillon durch Verdunstungskühlung – aber ohne Klimageräte – technisch unterstützt. So kann das gefühlte Klima eines dichten Waldes aus Österreich mit vergleichsweise natürlichen Maßnahmen nachgestellt werden, das auf dem kühlenden Effekt der Evapo-Transpiration der Pflanzen beruht. Das erzielte Ergebnis unterscheidet sich auf unterschiedlichen Sinnesebenen deutlich von der vorgefundenen Luft und dem Klima in Mailand und wird dadurch wahrnehmbar. 

Wald aus Österreich

Die 100-prozentige Waldbepflanzung ist ein modellhafter Beitrag für urbane Handlungsweisen, denn der integrale Einsatz von Landschaft kann urbane Lebensformen mit genügend Sauerstoff und kühlender Luft versorgen, wodurch wiederum auf Österreichs nachhaltige und multifunktionale Waldbewirtschaftung verwiesen werden kann oder in Umkehrung auf den weltweiten Rückgang von lebensnotwendigem Baumbestand.

Die Ausstellung

breathe.austria ist ein natürlicher Kreislauf, deren ökologische Performanz im Zentrum steht: Als Prozess- und Denkraum kausaler Zusammenhänge konzipiert, treffen (natur)wissenschaftliche Kompetenzen, urbanistische Visionen, ökologische Forschung, Ökosophie und künstlerische Wissensproduktion zusammen, um in ortsspezifische Sinneserfahrungen übersetzt zu werden. 

Luft und Klima im 21. Jahrhundert

Der Wald gilt dabei als formales Gefäß für das umfassende Leitmotiv "Luft und Klima im 21. Jahrhundert", andererseits als inhaltlicher Interventions- und Experimentalraum künstlerischer und wissenschaftlicher Arbeit. BesucherInnen des Österreich-Pavillons gehen – durch ihre Sinne angeregt – auf eine Entdeckungsreise, die Luft als essentielles Nahrungsmittel darstellt. Raum. Erleben und Ausstellung fließen ineinander.

Über die sechsmonatige Ausstellungszeit wird Luft als Gemeingut/Commons greifbar und erlebbar gemacht, ein Vernetzungsraum geboten, der Wissen vermittelt und generiert. 

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